©Dr.Liethen
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Waterloo 2010

Mein erstes Waterloo

Mein erstes Waterloo war nicht nur mein erstes Waterloo, sondern auch meine erste Schlacht insgesamt. Und soviel schon mal vorweg – ES WAR GROßARTIG!!!

Nach einer langen Anfahrt wurde ich herzlich im Biwak aufgenommen, einem Zelt zugewiesen und eingekleidet. Schließlich ging’s zum Denkmal für die hannoverschen Gefallen. Mir wurde die große Ehre zuteil zusammen mit Schützen Flömer den Kranz niederlegen zu dürfen. Anschließend hielt Colonel Lange noch eine kleine Rede über die Ereignisse der Schlacht und die Mannschaften schossen Salut. Am Abend konnte man ein tolles Feuerwerk bewundern.

Nach einem schönen Frühstück am Samstagmorgen machte sich ein Teil der Truppe daran Patronen für die Gefechte am Samstagabend und Sonntagmorgen „herzustellen“. Eine langwierige Aufgabe, der sich nur die Tapfersten stellten. Der Rest der Truppe nahm an einer Parade der gesamten alliierten Armee teil.

Am Nachmittag hieß es dann Exerzieren und zwischendurch Unterstellen, denn es war ein Hauch von Waterloowetter zu spüren.

Am Abend war es dann so weit: es ging zum ersten Gefecht nach Plancenoit und ich war während des ganzen Wochenendes als Sanitäter eingeteilt!

Nach einer heftigen Kanonade durch die preußische Artillerie marschierte die C-Division  in Richtung der Franzosen. Erste holländische Truppen floh… äh, legten schon einen taktischen Rückzug ein, aber das änderte nichts am Kampfeswillen der KGL.

Wir bezogen mit den Highlandern an einer und den Braunschweigern an der anderen Seite Stellung und schossen eine Salve nach der anderen auf die immer größere Zahl der Franzosen.

Nach einiger Zeit war die Sicht durch Pulverdampf und der einsetzenden Dunkelheit schon stark eingeschränkt, was zur Folge hatte, dass wir die immer wieder angreifende französische Kavallerie fast zu spät sahen, aber da wir eine gut gedrillte Einheit sind, konnten wir schnell Karees bilden und schlugen jeden Angriff zurück.

Obwohl die Franzosen, was die Quantität angeht, stark überlegen waren, schafften wir es irgendwie sie zum Rückzug zu zwingen und gewannen diese harte Schlacht.


Am Sonntag war es dann Zeit für das große Hauptgefecht am Löwenhügel.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, marschierten wir zum Schlachtfeld und nahmen Aufstellung. Da ich am Anfang des Gefechts bei der alliierten Artillerie blieb, kann ich leider nichts über die anfänglichen Kämpfe der KGL in offener Ordnung erzählen.

Aber dafür konnte ich mich auf den Aufmarsch der Franzosen konzentrieren, der wirklich beeindruckend war. Hunderte von Infanteristen nahmen in Linien- und Kolonnenformation  

Stellung und warteten darauf vorrücken zu dürfen. Aber der erste größere Angriff wurde von unserer tapferen Kavallerie zurückgeschlagen und A.Smeardon eroberte sogar einen Adler und ritt damit stolz die alliierten Linien entlang, was von hunderten Stimmen mit Hurra-Rufen beantwortet wurde. Die französischen Infanterieangriffe brandeten immer wieder an der alliierten Linie. Also musste wohl die Kavallerie her. Wir bildeten Karees und wehrten die Angriffe der Kürassiere, Dragoner, Lanzenreiter, usw. ab.

Schließlich wurden wieder Linien gebildet und wir setzten zum Angriff über. Nach einigen Salven stürmte die KGL mit dem Ruf: „Mann-tau, Mann-tau, Mann tau, …“ Seite an Seite mit Highlandern und Braunschweigern auf das „Letzte Karee“ zu und die Franzosen kapitulierten als einige Soldaten der Alliierten schon gefährlich nahe am Adler ins Karee vorgestoßen waren.

Nach der Schlacht besuchte die KGL La Haye Sainte, wo die KGL vor 195 Jahren kämpfte.

Wir durften auch die Innenräume des von sehr freundlichen Leuten bewohnten Hauses besichtigen. Schließlich marschierten wir wieder ins Biwak, aßen zu Mittag und machten uns fertig zur Abreise. So ging ein sehr schönes und spannendes Wochenende mit der King’s German Legion zu Ende.

 

Lang lebe der König!

Rekrut Wolff

 

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